The Multi Router Traffic Grapher

Es gibt Situationen, bei denen es nicht ausreichend ist Augenblickswerte von den übertragenen Bits an einem Switch-Port oder die momentane Temperatur im Rechenzentrum, die man per SNMP abfragt, angezeigt zu bekommen. Dann ist ein Trend in Form eines Diagramms viel interessanter, denn somit lassen sich Spitzen oder auch Abhängigkeiten viel leichter erfassen und Kurven wie z.B. Eingangs- und Ausgangstraffic direkt übereinanderlegen.

MRTG habe ich auf verschiedenen SuSE-Distributionen getestet und die jeweils mitgelieferten RPM-Packete verwendet. Um MRTG verwenden zu können, muss man mit Hilfe von YaST dieses Packet installieren. Auch ist sicherzustellen, das der WebServer Apache installiert und gestartet ist.

Je nach dem, wieviele Geräte überwacht werden sollen, sollte man sich Gedanken über eine Verzeichnisstruktur machen. Am einfachsten wird ein Verzeichnis mrtg in /srv/www/htdocs/ und in /etc/ erstellt. In /srv/www/htdocs/mrtg/ wiederum werden dann Verzeichnisse für die zu überwachenden Geräte erstellt. Beim Erstellen ist schließlich noch auf die Schreibrechte der Verzeichnisse zu achten.

Nun kann die erste Configurations-Datei für das erste zu überwachende Gerät erstellt werden. Dazu wird in das Verzeichnis /usr/bin gewechselt. Dort angekommen, wir folgender Befehl eingegeben:

cfgmaker --global "WorkDir: /srv/www/htdocs/mrtg/geraet01" --global "Options[_]: growright, bits" --output /etc/mrtg/geraet01.cfg Community@IP-Adresse

Ist nun eine ordentliche cfg-Datei in /etc/mrtg/ vorhanden, dann kann das eigentliche Abfrage-Kommando abgesetzt werden:

/usr/bin/mrtg /etc/mrtg/geraet01.cfg

Dieser Befehl sollte später alle fünf Minuten wiederholt werden. Dazu kann die crontab verwendet werden. Am einfachsten erstellt man ein Shell-Script mit der Auflistung aller zu überwachenden Geräte und startet dieses Script über die crontab.

Hinweis: Je nach dem, wieviele Geräte überwacht werden sollen und was dieser Rechner noch so zu erledigen hat, ist auf genügend Rechenleistung zu achten, damit dieser Rechner auch in der Lage ist, innerhalb der fünf Minuten Abstände mit seiner Arbeit fertig zu werden. Denn bei jeder Abfrage werden die zu erstellenden Grafiken neu berechnet. Andere Programme wie z.B. Cacti berechnen die Grafiken erst beim Aufruf der Webseite, was etwas Zeit in Anspruch nehmen kann und somit zu Verzögerungen führt.

Um für jedes Gerät eine eigene Einstiegsseite zu erhalten ist noch diese Zeile einzugeben:

/usr/bin/indexmaker --output=/srv/www/htdocs/mrtg/geraet01/index.html /etc/mrtg/geraet01.cfg

 

cfg-Dateien

Wer schon ein paar cfg-Dateien für Switch's erstellt hat, wird feststellen, dass nicht alle zur Verfügung stehende Port's angezeigt werden. Dies liegt daran, dass der cfgmaker nicht aktive Port's einfach auskommentiert, was den Vorteil hat, leere Graphen nicht angezeigt zu bekommen. Sollte ein Port also nachträglich belegt werden, dann müssen in dieser cfg-Datei nur die # zum Auskommentieren des entsprechenden Port's entfernt werden.

Nun gibt es noch die Möglichkeit, diese cfg-Dateien mit Hilfe eines Template zu erstellen. Dazu ist folgender Befehl einzugeben:

cfgmaker --global "WorkDir: /srv/www/htdocs/mrtg/APC" --host-template=/etc/mrtg/APC.template --output /etc/mrtg/APC.cfg public@ipadresse

Hierbei verweist  --host-template auf das zu verwendende Template. Alle weiteren Schritte werden wie vorher beschrieben durchgeführt.


APC SURT 8000 - Template